Man erreicht einen tiefen Entspanntheitszustand und kann außerdem noch leicht andere Übungen erlernen, um etwa spezielle Ängste abzubauen. Das Alter hat offensichtlich keinen Einfluss auf den Übungserfolg. Das zeigen Studien die an Patienten mit einem Durchschnittsalter von 84 Jahren durchgeführt wurden.
Aktivierung des Körpers durch Entspannung
Autogenes Training harmonisiert Atmung, Blutdruck und Verdauung, stärkt die Nerven und bringt innere Ruhe. Es ist leicht zu erlernen und erfordert keine besonderen Voraussetzungen.
Ich bin ganz ruhig ...
Was kann das Autogene Training?
Autogenes Training ist hervorragend geeignet für Menschen, die unter zu hoher Spannung - stehen, gestresst und nervös sind. Es entspannt und hilft bei vielen Beschwerden.
Eine gute Wirksamkeit ist nachgewiesen bei:
- Schlafstörungen und Unruhezuständen
- Angst- und Erschöpfungszuständen
- Mäßigem Bluthochdruck
- Rehabilitation nach Herz-Kreislauferkrankungen
- Migräne und chronische Schmerzsyndrome
- Spannungskopfschmerzen
- Nervösen Verdauungsstörungen
- Essstörungen
Bei Angina pectoris und Asthma bronchiale hat sich eine Kombination des Autogenen Trainings mit Medikamenten bewährt. Außerdem ist es geeignet zur Raucherentwöhnung und zur Geburtsvorbereitung. Bei manchen Beschwerden kann Autogenes Training Medikamente ersetzen.
Wie funktioniert das Autgene Training?
Autogenes Training beruht auf der Vorstellung, dass Körper und Psyche eng miteinander verknüpft sind. In einer Art Selbsthypnose werden unwillkürliche Körperreaktionen wie Atmung, Kreislauf, Stoffwechsel und Verdauung angeregt. Praktisch geschieht dies indem die Patienten ihre Aufmerksamkeit auf ein bestimmtes Körperteil oder Organsystem lenken und sich dabei entspannte Empfindungen einreden. In der Fachsprache wird dies „Selbstsuggestion" genannt. „Ich konzentriere mich auf mein linkes Bein. Es ist schwer und warm." Die Gefühle stellen sich nach einer Weile dann tatsächlich ein. So können Patienten ihren Körper schrittweise entspannen.
Diese bewusst herbeigeführte Entspannung hat eine direkte Wirkung auf das vegetative Nervensystem, das die unwillkürlichen Organfunktionen steuert. Es besteht aus zwei Teilsystemen: dem Sympathikus und dem Parasympathikus. Der Sympathikus dominiert bei nach außen gerichteten Tätigkeiten und Aktivitäten, wie körperlicher Arbeit oder in Stresssituationen. Der Parasympathikus ist vor allem bei nach innen gerichteten Körperfunktionen und Entspannungszustände aktiv, wie etwa bei der Verdauung. Das Autogene Training fördert den Parasympathikus. Das bedeutet: Die Darmtätigkeit wird angeregt, die Menge an Stresshormonen im Blut sinkt, der Herzschlag wird langsamer.
Die tägliche Entspannung tut dem Körper gut. Auf lange Sicht ermöglicht das Autogene Training außerdem auch, in akuten Stresssituationen auf „Ruhe" umzuschalten, so dass es gar nicht mehr zu übermäßiger nervlicher Belastung kommt.Wo kann man Autogenes Training lernen und was kostet das?
Autogenes Training erlernt man in einem Kurs von sechs bis zehn Wochen Dauer. Einzeln oder in Gruppen von sechs bis zwölf Teilnehmern wird in Sitzungen von 30 bis 60 Minuten einmal pro Woche geübt. Zusätzlich sollten die Kursteilnehmer täglich zu Hause 15 Minuten üben. Wenn sie die Grundzüge der Technik beherrschen, können sie sie selbst weiterentwickeln und vertiefen. Gruppenkurse haben den Vorteil, dass man Erfahrungen austauschen kann.
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